"Jetzt kommen sie also endlich aus der Deckung, die Protagonisten der Privatisierung. Sowohl Grüne als auch CDU schämen sich nicht, die Notsituation der Stadt Bornheim auszunutzen, um städtischen Grund und Boden zu privatisieren. Dabei gehen sie mit so einer unverschämten Heftigkeit vor, dass man fast schon annehmen könnte, es würde jemand persönlich davon profitieren.
Vorgeschobene Notwendigkeit
Der Sanierung des Stadthaushaltes soll der Verkauf dienen, die Schulden der Stadt abbauen - angeblich. Denn in Wahrheit hilft der Verkauf der Stadt keineswegs. Denn die Schulden bleiben nach wie vor. Der einzige, der einen Vorteil hat, ist der Käufer. Wer wird das wohl sein? Und in welcher Beziehung wird er zu den maßgeblichen Befürwortern des Verkaufes stehen?
Da wirft sich ein sogenannter "Grüner" in die Brust und nennt den Initiator der Bürgerinitiative RUF ("Rettet unsere Freibadwiese") einen "Berufspopulisten". So etwas geht nur leicht über die Zunge, wenn man zuvor sämtliche Prinzipien des eigenen politischen Lagers verworfen hat. Will man bei den Grünen eigentlich noch "grüne Politik" machen oder will man nur noch regieren? Der Grüne Ortsvorsteher Heinz-Joachim Schmitz, dem die FDP noch vor zwei Wochen bescheinigte, "Ortsvorsteher zu sein" sei ihm wichtiger, als "für den Ort etwas zu bewegen" nutzt die Gunst der Stunde, sich mit augenscheinlichen Mehrheiten zu verbünden. Seine unverschämten Äußerungen im GA machen genau das, was er Stadler vorwirft: Er spielt die Bedürfnisse Bornheimer Bürger gegeneinander aus und droht den "sozialschwachen Bevölkerungsschichten" unverblümt mit Kürzungen, wenn sie dem Verkauf der Wiese nicht zustimmen. In ein ähnliches Horn tutet der CDU-Fraktionschef Hanns Dieter Wirtz. Herr Wirtz glaubt die Mitglieder des Rates, die sich gegen den Verkauf der Freibadwiese und für die Gründung der Bürgerinitiative RUF 2 entschieden haben, als "Brandstifter" bezeichnen zu können. Nachdem er mit seinen Mannen hinter verschlossenen Türen die sogenannte "Giftliste" der Haushaltskürzungen verabschiedete, tut er nun scheinheilig so, als hätte jedermann im Rat, in den Ausschüssen und im Arbeitskreis Haushaltssanierung mitreden dürfen. Erst alle potentiellen Gegner ausschließen (z. B. Herrn Breuer im AK Haushaltssanierung, Verweisung des Themas ohne Diskussion vom Planungs- in den Haupt- und Finanzausschuß) und anschließend behaupten sie, die Gegner des Verkaufs hätten nicht "mitgearbeitet". So wird die Öffentlichkeit belogen. Und wenn jemand das Tafelsilber der Stadt nicht verramschen will, dann soll er gefälligst einen "Deckungsvorschlag" machen, fordert er und freut sich über die Weitergabe des "Schwarzen Peter". Die Bürgerinitiative RUF hat sehr wohl zum Thema Kostendeckung Stellung bezogen, sogar auf der Unterschriftenliste, obwohl nach aktueller Rechtsprechung bei Bürgerbegehren, die sich gegen Verkäufe wenden, überhaupt kein Deckungsvorschlag zwingend ist. Die RUF will die Herseler Mehrzweckhalle nicht verkaufen, auch wenn dies in der Presse und durch die Befürworter des Verkaufs der Freibadwiese wahrheitswidrig behauptet wird.
Die "Giftliste" des Bornheimer Rates
Doch ein "Deckungsvorschlag" kann nur so genannt werden, wenn tatsächlich eine Deckung vorläge. Mit unverfrorener Ignoranz der finanziellen Lage der Stadt wird so getan, als ob mit dem Verkauf der Wiese alles wieder in Ordnung käme. Doch das ist die nächste Lüge. Nichts ist dann in Ordnung. Dann ist nur der Startschuss gefallen, für den Ausverkauf der gesamten Stadt. Es folgt ein Ausschnitt der sogenannten "Giftliste":
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Weitere zum Verkauf anstehende Objekte |
Ort |
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Apostelpfad 15 |
Bornheim |
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Apostelpfad 17 |
Bornheim |
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Apostelpfad 19 |
Bornheim |
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Gringel 1 |
Bornheim |
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Gringel 2 |
Bornheim |
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Römerstraße 1 |
Widdig |
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Römerstraße 1a |
Widdig |
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Römerstraße 3 |
Widdig |
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Bilanzwert ca. 2.000.000 Euro / angestrebt 1.600.000Euro |
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Mietwohnungen in gemischt genutzten Gebäuden |
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Rheinstraße 117 - 119 |
Hersel |
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Rheinstraße 166 |
Hersel |
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Dürerstraße 122 |
Dersdorf |
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Schornsberg 2 |
Brenig |
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Schulstraße 8 |
Kardorf |
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Ploon 16 |
Brenig |
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Friedrichstraße 3a |
Roisdorf |
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Kaiserstraße 23 |
Sechtem |
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Kreuzbergstraße 2 |
Hemmerich |
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Wo soll denn das alles noch hinführen? Was verkaufen die als Nächstes? Und dann ist immer noch nicht Schluss. Da das Bad ja nur Verluste einfährt, können wir uns den nächsten Vorschlag schon vorstellen: Die Schließung oder den Verkauf des Hallenfreizeitbades! Und auch die CDU schämt sich nicht, den Bürgern zu drohen:
Wer nicht mit uns (CDU) stimmt, der muss die Schließung von Kindergärten und Grundschulen verantworten, lassen sie es uns im Generalanzeiger wissen. Und was sagt der SPD Bürgermeister Henseler: Zitat aus GA vom 29. Juli 2010 - zweite Überschrift: " Erlös aus Verkauf eines Teils der Liegewiese könnte in Kitas und Schulen fließen." Wohlgemerkt könnte! Was bei Politikern könnte heißt, darüber sollte sich niemand Illusionen machen. Ich kann mich nicht erinnern, das in der Diskussion um das Thema Verkauf der Freibadwiese eine Zweckbestimmung zugunsten von Schulen oder Kitas diskutiert oder beschlossen wurde. Die Kosten für Schulen und Kitas sind im Haushalt bereits eingestellt, es fehlen dort keine 1,5 Millionen. Dass nun der Sozialhaushalt zusätzliche 1,5 Millionen Euro bekommen könnte, das glaubt doch auch der Bürgermeister selber nicht! Diese Aussage ist eine hohle Leerformel des Bürgermeisters, sonst nichts.
Falsches Spiel mit den Zahlen.
Die Argumentation verkauft sich mit einem Wust von Zahlen, der gern mal hierhin und mal dahin gerührt wird. Wie es gerade nützt. Dabei scheint es den Privatisierern sogar gleichgültig zu sein, wenn sich die Zahlen bereits in einem einzigen Artikel widersprechen! "Merkt ja doch keiner." denkt man sich wohl. Dabei wirft schon ein erster genauerer Blick auf das Zahlenwerk der CDU, Fragen auf:
Streichen und Verkaufen?
Streichen und Verkaufen ist der Ausweis politischen Versagens! Streichen und Verkaufen ist das, was man macht, wenn einem nichts mehr einfällt. Streichen und Verkaufen gestaltet nicht Zukunft, sondern verhindert sie. Streichen und Verkaufen beraubt unsere Kinder. Streichen und Verkaufen ist endgültig. Was einmal verkauft wurde, kommt nie wieder zurück! Mit Streichen und Verkaufen ist bisher noch nie ein dauerhafter Sanierungserfolg erzielt worden! Warum soll gerade Bornheim hier eine Ausnahme sein?
Bevor also die Ausverkäufer der Stadt laut die Seriosität der RUF in Frage stellen, sollten sie selbst erst einmal die offenen Fragen beantworten! Es darf nicht nach dem Motto gehen: Erstmal alles verkaufen - ob es was nützt, sehen wir dann später! Nicht, wer die Zukunft erhalten will muss Begründungen liefern, sondern der, der vollendete Tatsachen schaffen will. Verkaufen können wir auch in Zukunft noch, aber etwas verkauftes kommt nie wieder zurück! Das Eigentum der Stadt Bornheim gehört nicht den Fraktionen von CDU, Grünen, FDP und Teilen der SPD-Fraktion im Rat. Es wurde von allen Bürgern erwirtschaftet und gehört auch allen Bürgern. Aus diesem Grunde ist es das gute Recht der Bornheimer Bürger über derart gewichtige Entscheidungen der Stadt ein Wort mit zu reden. Die Bürgerinitiative RUF 2, die durch eine Unterschriftensammlung einen Bürgerentscheid in dieser Frage herbeiführen will, muss unterstützt werden! Bornheimer Bürger, stoppt diesem geplanten Ausverkauf der Stadt! Auch wenn es jetzt aktuell "nur" um die Freibadwiese geht. Das brennende Haus wird nicht gelöscht, wenn das letzte Glas Bier hinein gegossen wird. Nur wenn die Brandursache beseitigt wird, können wir in Zukunft sicher schlafen. Und das Bier nutzen wir lieber für ein Fest zusammen mit der Feuerwehr!
Peter Eßer / Paul Breuer (Stadtrat Bornheim)
Link: Unterschriften-Liste:
Donnerstag, 29. Juli 2010