Foto: Vier Politiker aus der Region im Gespräch mit der HGK Köln.
Die Bonner Werkstätten sind in Bornheim Hersel beheimatet – eine Einrichtung für Behinderte. Werksleiter Joachim Nätlitz beklagt ebenfalls den langjährigen Misstan. Von den 55 Haltestellen der Linien 16 und 18 zwischen Köln und Bonn sind 51 Haltestellen bereits behindertengerecht umgebaut. Nur die Stationen Wesseling, Uedorf, Widdig und Hersel sind nicht barrierefrei. Die Politiker aus den Rheinorten wollen das nicht länger hinnehmen und übergaben HGK-Vorstand Uwe Wedig fast 1.500 Unterschriften. Der Vorwurf: Wirtschaftliche Interessen stehen vor den Rechten von Behinderten, Senioren und kleinen Kindern. Nun ist die HGK gefordert, zu handeln. Entweder die Strecke für den Güterverkehr offenhalten und Gleisanlagen für Eisenbahn-Waggons verpachten oder die Bahnsteige ebenerdig zu machen. Aber der HGK-Vorstand will auf die Forderungen der Bürger nicht eingehen. Die HGK will sich die Güterverkehrs-Option offen halten. Das gemeinsame Foto nach der Besprechung im HGK-Zimmer für die Medien trügt. Die Politiker aus den Rheinorten haben mit ihrem Besuch bestenfalls einen Anfangserfolg erzielen können. Der Ausbau der Haltstellen in Wesseling, Uedorf, Widdig und Hersel ist nicht zuletzt ein Kostenfaktor. Die ebenerdigen Umbauten würden allein im Bornheimer Stadtgebiet mindestens 2 Millionen Euro kosten.
HGK plant an der Haltestelle Dersdorf der Linie 18 den Bau einer Rampe
Mutter Alexandra Endler wird auf dem Bahnsteig in Uedorf mit ihrer Tochter (Foto) also wohl noch lange darauf warten müssen, bis das Straßenbahn-Fahren ein Kinderspiel wird. Demnächst betreibt die HGK an allen Haltestellen der Linien 16 und 18 auf dem Gebiet der Stadt Bornheim den Bau modularer Fahrgast-Informations-Anzeigen inklusive Notruf-Tasten. Die Leitsysteme für Sehbehinderte werden an allen Bahnsteigen ergänzt. Weiterhin plant die HGK an der Haltestelle Dersdorf der Linie 18 den Bau einer Rampe. Dort gibt es zurzeit nur eine Treppe. Von den aufgezählten Baumaßnahmen sollen an der Linie 16 Anfang 2012 die ersten Arbeiten beginnen. Die Abstimmungsgespräche mit dem Zuschussgeber NVR und den beteiligten Kommunen laufen. Die Maßnahmen an der Linie 18 sind für 2013 vorgesehen.
Klaus Feldkeller
Dienstag, 20. Dezember 2011