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Literatur

"Der Zauber eines Augenblicks"

"Burg Eckstein, 1355: Parzival steht zum Verkauf, Johannas Lieblingspferd aus dem Gestüt ihres Vaters! In einem Ritterturnier soll er sich beweisen - und wird verletzt, Johanna selbst übernimmt die Pflege. Während dieser Zeit lernt sie, freiheitsliebend und schüchtern zugleich, das prachtvolle Leben bei Hofe kennen mit seinen herrlichen Roben, Tanz und Spiel."


Das Thema Mittelalter steht im Zentrum des neuen Jugendbuches der Herseler Autorin Katrin Lankers. wir-im-vorgebirge.de hat ein Interview mit der Schriftstellerin geführt. Inhalt: "Nichts liebt Johanna, 14, mehr als Parzival, den feurigen Zuchthengst im Gestüt ihres Vaters, den sie mit der Flasche aufgezogen hat und der ihr engster Vertrauter ist. Deshalb kann auch nichts so schön sein, wie im Stall zu arbeiten oder auszureiten, wann immer die Zeit es zulässt - oder Tante Gertrud, die seit dem Tod von Johannas Mutter mit strenger Hand regiert und ganz genaue Vorstellungen davon hat, was sich für ein edles Fräulein gehört: Handarbeitskunst, Tanzfertigkeit und Haushaltsführung. Doch Johanna besteht auf ihren Freiheiten, was umso leichter fällt, als ihr Vater keinerlei Druck ausübt. Er lässt sie gewähren, zumal er seine Söhne in besten Händen weiß: Die beiden ältesten werden beim Grafen Blankenstein standesgemäß zu Rittern ausgebildet, Johannas Zwillingsbruder hat die Laufbahn eines Geistlichen eingeschlagen..."

www.wir-im-vorgebirge.de stellt die Autorin vor: "Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Buch zu schreiben?"

"Die Idee, einen historischen Liebesroman für Mädchen zu schreiben, hat mein Verlag an mich herangetragen – und ich war sofort begeistert. Ich bin selbst ein großer Fan von historischen Büchern und ehrlich gestanden auch von Liebesromanen. Was für eine tolle Kombination, dachte ich mir. Zur Geschichte von „Der Zauber eines Augenblicks“ hat mich ein Ausflug auf die mittelalterliche Burg Blankenstein an der Ruhr inspiriert, die auch in dem Roman eine wichtige Rolle spielt."

"Was macht den Reiz des Mittelalters für Sie aus?"

"Das Mittelalter wird oft nur als „finstere“ Epoche betrachtet – aber ich glaube, diese Sicht ist zu einseitig. Sicher, es gab Armut, Seuchen, Kriege, aber auch eine sehr aufregende und romantische Seite: Denken Sie nur an tapfere Ritter, edle Burgfräulein, bunte Märkte, prachtvolle Festmähler … Diese Gegensätze finde ich sehr spannend. Ich liebe es, durch alte Burgen oder Ruinen zu laufen und mir auszumalen, wie die Menschen vor so langer Zeit gelebt haben."

"Es ist Ihr erstes Jugendbuch – was interessiert Sie an dieser Zielgruppe?"

"Jugendliche lesen Bücher nicht, sie verschlingen sie, sie leben in einem Roman, wenn es dem Buch gelingt, sie zu packen. Andererseits lesen sie ein Buch nicht aus Höflichkeit: Wenn es ihnen nicht gefällt, landet es schnell in der Ecke. Mir Geschichten auszudenken, die es schaffen, junge Leser zu fesseln, empfinde ich als ungemein spannende Herausforderung. Außerdem tauche ich selbst immer noch gern in die Fantasiewelten guter Jugendbücher ein."

"Fließt das „Vorgebirge“ in Ihr literarisches Schaffen ein?"

"Da ich in dieser Region aufgewachsen bin und nun auch wieder – nach zehn Jahren im Ruhrgebiet – hier lebe, hat sie mich stark geprägt. In meinem aktuellen Roman merkt man das natürlich nicht, er spielt ja in der Ruhrregion, aber ich denke, dass die Region „Vorgebirge“ bei künftigen Buchprojekten eine stärkere Rolle spielen wird. Im kommenden Frühjahr erscheint zum Beispiel mein erster Fantasyroman für Jugendliche, in dem es um Elfen geht. Zwar spielt die Geschichte in einer nicht näher benannten Gegend in Deutschland, aber bei den Beschreibungen sind viele Eindrücke und Erinnerungen aus dieser Region eingeflossen."

Die Autorin:
Katrin Lankers, geboren 1977, hatte in ihrer Schulzeit nicht viel für
Geschichtsunterricht übrig. Vor einigen Jahren trat dann die Liebe gleich zweifach in
ihr Leben. Sie lernte ihren Mann kennen und entdeckte durch ihn eine große
Begeisterung für das Mittelalter. Am liebsten würde sich die Autorin und Journalistin,
die in Hersel lebt, in die nächste Zeitmaschine setzen und ein paar
Jahrhunderte zurückfliegen. Bis eine solche Maschine erfunden ist, begnügt sie sich
jedoch mit Fantasiereisen beim Lesen und Schreiben.